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40. Dienstjubiläum – WHG Geschäftsführer gratuliert Beate Blankenburg

„Ein Jubiläum der ganz besonderen Art, welches man so nicht allzu oft feiert“, freut sich WHG Geschäftsführer, Hans-Jürgen Adam, als er am letzten Tag im August Beate Blankenburg mit einem Präsentkorb und Blumen zu ihrem 40. Dienstjubiläum bei der WHG im Beisein seiner Personalreferentin Elisa Reuter und den Betriebsräten Jörg Deon und Annett Soós gratuliert. Dabei ist die WHG selbst ja gerade erst 26 Jahre alt.

Beate Blankenburg kann auf eine lange Beschäftigung und wechselvolle Geschichte zurückblicken. Angefangen hatte Sie am 1. September 1978 bei der damaligen VEB Gebäudewirtschaft mit ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau. Schon damals war der Geschäftssitz in der Dorfstraße 9.

Mitte Juli 1980 schloss Beate Blankenburg ihre Ausbildung erfolgreich ab und arbeitete zunächst als Buchhalterin in der Vermögensabteilung des volkseigenen Betriebes und übernahm dann ab 1985 die Abteilungsleitung dieses Fachbereiches. Die Vermögensabteilung des VEB beschäftigte sich in der Hauptaufgabe mit der Verwaltung von Gebäuden, die nicht im Volkseigentum standen. Bis zum Jahr 1983 hatte sich der VEB Gebäudewirtschaft zu einem leistungsstarken Betrieb der Instandhaltung und Wohnungsverwaltung für rund 13.000 Wohnungen entwickelt.

Im Jahr 1988 feierte der VEB Gebäudewirtschaft sein 30-jähriges Bestehen und Beate Blankenburg konnte da bereits auf ein zehnjähriges Arbeitsleben bei dem volkseigenen Betrieb zurückblicken. 

Im Jahr 1990 wurde der volkseigene Betrieb getrennt und in 3 Gesellschaften geteilt:

▪ Stadtwerke GmbH
▪ ehem. VEB Gebäudewirtschaft wurde dann 1992 Wohnungsbau- und Hausverwaltungs-GmbH
▪ Sanierungs- und Wohnungsbau

Aufgrund der neuen Rechtslage beschloss die Stadtverordnetenversammlung am 05.12.1991 die Umwandlung des Gebäudewirtschaftsbetriebes in eine marktwirtschaftliche Wohnungswirtschaft vorzunehmen. Am 17.01.1992 erfolgte die notarielle Beurkundung der Umwandlungserklärung der Stadt. Somit wurde eine Umwandlung in ein selbständiges Unternehmen Wohnungsbau- und Hausverwaltungs-GmbH besiegelt. Peter Lenski wurde zum Geschäftsführer bestellt.

Beate Blankenburg war seit 1992 mit den neuen Hauptaufgaben – der Restitutionsbearbeitung von Grundstücken und Gebäuden beauftragt um die im Einigungsvertrag von 1990  zwischen der BRD und der DDR getroffene Regelung umzusetzen, dass frühere Alteigentümer bzw. deren rechtmäßigen Erben unter bestimmten  Voraussetzungen ihre zu DDR Zeiten  enteigneten Immobilien zurück erhalten konnten. All das zu einer Zeit in den die Bearbeitung der Anträge ohne digitale Unterstützung durch die Mitarbeiter erfolgte. Nach Schaffung der rechtlichen Voraussetzungen hat ein Team bestehend  aus dem Landkreis Barnim/Vermögensamt, Notaren, Liegenschaftsamt  der Stadt Eberswale und der WHG Anfang 1991 die Bearbeitung der Rückführungsanträge aufgenommen. Anfangs noch ungeordnet, denn es galt zunächst Waschkörbe von Anträgen zu registrieren, um einen ersten Überblick zu bekommen.

Im Ergebnis bestanden für  920 Grundstücke (Quelle: Chronik 15 Jahre WHG) der WHG mit Stichtag 1992 Restitutionsansprüche der Alteigentümer bzw. deren Erben, welche aus ganz Deutschland kamen, aber auch aus dem Ausland wie Kanada, Israel, Schweiz, Amerika, Luxemburg usw. aber auch in nicht unerheblicher Menge direkt von der Jewish Claims Konferenz New York, die die Ansprüche der jüdischen Bürger vertrat. Zu diesem Zeitpunkt hatte die WHG insgesamt 10.834 Wohnungen im Bestand, heute 2018 sind es noch 5.795 Wohnungen.  Der Rückgang erklärt sich aus Restitution, Verkauf und Rückbau und Vermögenszuordnungen durch den Einigungsvertrag. Beate Blankenburg hat bis 2009 an diesen Restitutionsverfahren mitgewirkt und konnte für die WHG 2009 den letzten vermögensrechtlichen Anspruch der WHG abschließend klären. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands musste der gesamte Grundstücksverkehr neu geordnet werden. Dazu gehörten eben besagte Restitutionsverfahren, die Vermögenszuordnungsverfahren zwischen der Stadt Eberswalde und der WHG für die Wohngrundstücke, welche nicht restituiert wurden bzw. kein Antrag vorlag, Grundstücksrechte nach dem Grundbuchbereinigungsgesetz, Katasterwesen, Verkauf nach dem Altschuldenhilfegesetz, An– und Verkauf entsprechend den Richtlinien der WHG, nachbarrechtliche Themen, das spezielle Thema mit den „Eigentumsgaragen“, die Gebäudebewertungen für die Grundsteuer und Einheitswerte.

Alles zusammengefasst über die Jahre hinweg ein sehr komplexes  vielseitiges  Arbeitsfeld, mit individuellen Sachthemen, die stets in enger Zusammenarbeit mit Ämtern und Behörden im Land Brandenburg, Barnim und Eberswalde und darüber hinaus erfolgten.

„In dieser Zeit hat Beate Blankenburg neben ihrer beruflichen anspruchsvollen Tätigkeit zusätzliche fachliche Qualifizierungen absolviert u.a. zur IHK geprüften Immobilienkauffrau und zur geprüften Immobilienfachwirtin“, betont Elisa Reuter, die Personalreferentin der WHG , „zu einer Zeit, in der Frauen besonders gefordert waren, den Beruf in Vollzeit, Familie und Kinder und zusätzlich die Qualifizierung am Wochenende, über mehr als vier Jahre zu vereinbaren und das Thema Work-Life-Balance noch kein Thema in den Medien und Personaletagen war“.

„Eine ganz außergewöhnliche Herausforderung war“, so Beate Blankenburg selbst „basierend aus meinen Erfahrungen in der Restitutionszeit der Auftrag des Landkreises Barnim an die WHG 2002 die Eigentumsverhältnisse und den Ankauf der Grundstücke des ehem. Pavillonplatzes zu klären, um den Bau des heutigen Paul-Wunderlich Hauses zu ermöglichen“.

„Diese Aufgabe, für den Landkreis Barnim die Eigentumsverhältnisse für 35 Flurstücke auf dem früheren Pavillionplatz mit einer Grundstücksfläche von 7.876 m²zu recherchieren, die Erben zu ermitteln, Kontakte herzustellen und Ankaufsverhandlungen zu führen, gehört schlichtweg zu meinen anspruchsvollsten und zugleich schönsten Erfahrungen meiner beruflichen Laufbahn“, erzählt Beate Blankenburg nicht ohne Stolz, „denn darüber hinaus beauftragte der Landkreis Barnim die WHG auch mit der Führung von Ankaufsverhandlungen von 16 Flurstücken mit einer Fläche von 9.366 m²für das heutige Parkhaus auf dem Gelände der früheren Feuerwache“ , so Beate Blankenburg, um dem Zuhörer eine Vorstellung von der Dimension und des Umfangs dieses besonderen Projekts zu geben. 

„Die Eigentumsrecherchen und Ankaufsverhandlungen hatten auch ein ehrgeiziges Zeitfenster. Bis zum 31.12.2003 waren umfangreiche Eigentumsrecherchen, Erbenermittlungen und gerichtliche Nachlasspflegerbestellungen erforderlich. Beate Blankenburg gelang hier eine außerordentliche und beachtliche Leistung, die es möglich machte, das das heute Paul-Wunderlich Haus gebaut werden konnte. Unter anderem war es ihrem unermüdlichen Verhandlungsgeschick zu verdanken, dass am 09.11.2002 ein Notarvertrag geschlossen werden konnte, zu dem 16 Beteiligte einer Eigentümergemeinschaft deutschlandweit erst ermittelt wurden und dann auch zur Beurkundung nach Eberswalde anreisten.  Die erfolgreichen Bemühungen von Beate Blankenburg bezogen Eigentümer aus der Schweiz, Belgien und Kanada in den Prozess der Eigentumsklärung ein. Sie führte kompetent und souverän Eigentums- und Ankaufsverhandlungen mit 27 Eigentümern und überwiegend in weltweit vertretenden Eigentümer- und Erbengemeinschaften. Zwei größere Teilflächen gehörten auch zum Vermögen der Jewish Claims Conference. „Die Verhandlungen erstreckten sich bis nach New York“ erinnert sich Doreen Boden, Leiterin der Kundenbetreuung sehr genau, die heute ebenfalls zu den Gratulanten zählt und die Leistungen von Beate Blankenburg würdigt, denn die beiden haben sich mehr als fünfzehn Jahre ein gemeinsames Büro geteilt. 

Vertraglich war zwischen dem Landkreis Barnim und der WHG vereinbart, dass die Eigentums- und Ankaufsverhandlungen bis zum 31.12.2003 abgeschlossen sein müssen. Die WHG konnte dann schon am 28.05.2003 mitteilen, dass dem Bau des Paul Wunderlich Hauses eigentumsrechtlich nichts mehr im Weg steht.

Seit 2004 begleitete Beate Blankenburg in der Fachabteilung Grundstücksverkehr auch zahlreiche bekannte und stadtbildprägende WHG Bauprojekte, wie das Haus am Stein in der Steinstraße 14, das Haus am Markt, die Messingwerksiedlung, die Michaelisgärten und viele weitere mehr. Seit 2013 ist im Portfoliomanagement tätig und arbeitet hier auch weiterhin rund um grundstücksrechtliche Sachthemen wie Ankauf, Verkauf, Leitungsrechte, Nachbarschaftsrechte, Baulasten u.a.

Seit 2009 ist sie in den Prüfungsausschuss der IHK Ostbrandenburg berufen für die Fachrichtung Immobilienkaufmann/-frau und engagiert sich hier für den Nachwuchs der Immobilienbranche.

„Beate Blankenburg ist in der WHG eine sehr anerkannte und besonders wertgeschätzte Mitarbeiterin und Kollegin, die durch ihre Erfahrungen und ihre orts- und grundstücksbezogenen Kenntnisse ein unverzichtbarer Teil unseres WHG Teams ist. Sie unterstützt junge Kollegen in der WHG und vermittelt ihre Kenntnisse an die nächste Generation der WHG“ fährt Adam in seiner Laudatio fort.

„Beate Blankenburg überzeugt durch ihren Fleiß, ihr persönliches Engagement für die WHG, mit ihren Ideen, ihrem Wissen und unerschöpflicher Energie, Teamgeist & Hilfsbereitschaft. Aber es ist ihre Freundlichkeit und ihre Herzlichkeit, die Sie bei den Kollegen der WHG so beliebt macht und liebe Frau Blankeburg, schön dass wir Sie bei uns haben und auch zukünftig auf Sie zählen können“, beendet Adam seine Rede zum Jubiläum “.

Beate Blankenburg hat zwei Kinder, ist dreifache Großmutter und lebt in Finow.

Text: Doreen Boden
Foto: matena Moments und WHG